Montag, 9. Oktober 2017

SO sehen Sieger aus!!

Nachträgliche Irrsinns-Kennzeichnung: Werbung durch Verlinkung und/oder Namensnennung

Naja, vielleicht nicht Sieger im Sinne von "als erster im Ziel" oder "gewonnen, Goldmedaille". Aber Sieger im Sinne von "yeaaaaaah, wir haben es getan und wir haben es geschafft". Und das sind wir, die Steffi und ich, absolut!


Am Sonntag war der - nein, UNSER - erster Halbmarathon in Bregenz. Wundervoll und zauberhaft, trotz des schlechten Wetters. Faszinierend und aufregend, alles in allem ein sehr schönes und gelungenes Wochenende. Gestartet sind wir schon am Samstagvormittag, gut vorbereitet und mit der nötigen guten Laune im Gepäck.


Ja, tatsächlich fühlten wir uns gut vorbereitet. Wir hatten so trainiert, dass wir im Grunde gut ins Ziel kommen sollten. Trotz Verletzungen bei mir und am Ende auch Überlastungserscheinungen bei Steffi wollten wir es schaffen und haben es auch geschafft. Viel Arbeit hatten wir hinter uns, nicht zuletzt durch die ganzen Widrigkeiten. Viele Trainings-Zwangspausen, viele Tränen und viele Schmerzen. Aber all das war vergessen, am Samstag, als wir uns auf den Weg machten.


In Bregenz angekommen, war das Wetter traumhaft schön. Unser Hotel war ca. 10 Minuten vom Festspielhaus entfernt und wir konnten von dort aus ein Stück am See entlang, um dorthin zu gelangen. Dabei kamen wir noch an der Laufstrecke des Bambini-Laufes vorbei und konnten hier schon mal anfeuern, die kleinen Mäuse.


Richtig klasse, wie die das schon gemacht haben. Geführt von ein paar Erwachsenen liefen die Dreikäsehoch dort wie die Teufel Richtung Ziel. Das sind die Marathonis von morgen :)

Im Festspielhaus sind wir dann direkt in den Raum, in dem wir unsere Startunterlagen inklusive Wäschebeutel holen konnten. Standesgemäß gab es für die Ladies einen Beutel in rosa. An der Startnummer waren noch der Gutschein für das Laufshirt und die Pastaparty angebracht. Die Nummer war gelb hinterlegt, das hatte bedeutet, dass man am Halbmarathon teilnimmt. Jede Distanz hatte hier ihre eigene Farbe.


Nach einem kurzen Schlendern über die Messe plagte uns ein Hüngerchen und wir holten uns eine Portion Pasta. Es standen zwei Soßen zur Wahl, Bolognese und normale Tomatensoße. Optisch ansprechend, solange sie noch im Chafing Dish war, danach abgefüllt im To-Go-Becher leider nicht mehr so. Aber geschmeckt hat sie dennoch und ein Mittagessen hätten wir ja eh einnehmen müssen.



Nach dem Essen wieder auf die Messe. Nun ging es los und wir kurbelten die Wirtschaft an. Steffi hatte sich ein paar Armsleeves geholt in einem geilen Neongelb. Ich habe mir noch Handschuhe gekauft, da ich meine im Sommer an eine Freundin verschenkt hatte. Eine gute Entscheidung, wenn man das Wetter am Sonntag betrachtet. Danach sind wir noch ein wenig Richtung Innenstadt. Bregenz ist nicht groß, aber dennoch sehenswert.


Wir bummelten hier und da noch etwas rum und sind dann gegen Nachmittag zurück ins Hotel und konnten endlich einchecken. Untergebracht waren wir nicht im Haupthaus, sondern im Gästehaus, ca. 50 Meter vom Hotel selbst entfernt. Die Zimmer waren großzügig und sehr sauber, ordentlich eingerichtet. Ebenso verfügte das Gästehaus über einen Lift, was mit den vielen Taschen eine echte Hilfe war, zumal unser Zimmer sich im 4. Stock befand. Die Gegend selbst dort war sehr ruhig, richtig angenehm, vergleicht man das mit unserem letzten Aufenthalt bei einem Laufevent in Stuttgart. Da waren wir direkt in der City und es war kaum auszuhalten.

Nach dem einchecken haben wir uns nochmal auf den Weg gemacht, Richtung Stadt, denn wir wollten noch etwas essen gehen. Gar nicht so einfach, zu überlegen, was man essen mag, vor so einem Wettkampf, das will gut überlegt sein. Leider konnten wir nicht im Hotel essen, denn dort war eine Geburtstagsveranstaltung (auf der im Übrigen auch Matthias Steiner der ehemalige Gewichtheber eingeladen war und der uns auch dort an der Rezeption über den Weg lief, mit Familie). Wir fanden in einer Seitengasse das Weinlokal "Ilge". Eine gute Entscheidung, dort den Versuch des Essens zu wagen. Der Laden war klein, aber oho. Kleine Karte, aber mit sehr gut ausgewählten Speisen, nette Bedienung und super Qualität. Als wir gegen 21 Uhr nach Hause wollten, gönnten wir uns den Luxus eines Taxis, denn die Garmin-Uhr zeigte schon 15 km an, mehr mussten am Tag vor dem HM wirklich nicht mehr sein :) Im Hotel dann noch kurz ein heißes Bad und dann ab ins Bett, der Wecker sollte ja um 6 Uhr schon wieder losgehen. Ach ja, zuvor haben wir noch kurz die Sachen probiert, die wir am nächsten Tag anziehen wollten. Da das Wetter sehr unbeständig gemeldet war, waren wir hier noch nicht ganz glücklich mit unserer Wahl und wollten uns letztlich erst am Morgen entscheiden.

Und so war es dann auch. Früh kurz aus dem Fenster geschaut und "scheiße" gedacht. Ja wirklich, es war den ganzen Samstag, trotz dass Regen vorhergesagt war für den Nachmittag, wunderschöner Sonnenschein, richtig angenehm. Und dann am Sonntag früh: REGEN. Bäääääääääh und klirrend kalt. Ein Wetter, bei dem normale Menschen sich um 6 Uhr morgens nochmal schön die Decke hoch bis an die Kinnlade ziehen und die Äuglein nochmal schließen. Aber was solls, wir wollten laufen und wir wollten uns vor allem darauf freuen. Also trotzten wir dem Wetter und zeigten dem Wettergott den Stinkefinger!



Eingemummelt in unsere Jacken und "Wegwerfhosen" zogen wir los Richtung Start bzw. Richtung Schiffsanlegeplatz, denn der Start war ja in Lindau auf der Insel und da mussten wir erst noch hin. Bei der Anmeldung konnte man die Überfahrt mit dem Schiff kostenfrei dazu buchen, hätte aber durchaus auch mit der Bahn fahren können. Wir wollten schippern und quetschten uns um 9.30 Uhr auf das Schiff mit hunderten anderen Läufern.



Eine knappe viertel Stunde dauerte die Überfahrt. Auf dem Schiff lernten wir dann noch eine nette Österreicherin kennen, die Elisabeth. Die hat uns bis zum Ziel noch begleitet, ist im selben Startblock wie Steffi eingeteilt gewesen und lief auch ihren allerersten Halbmarathon.

Dann fing es wieder tüchtig zu regnen an. Wir haben unsere Wäschebeutel an den Trucks abgegeben und bekamen diese wunderhübschen Skinfit-Regencapes. Naja, Schönheit soll ja bekanntlich von innen kommen und wir steckten ja innen in den Regencapes :) also schön......aber vor allem trocken und das war wichtig.


Wir hatten ja sowieso noch Klamotten drunter (Hose und Pulli), denen wir uns vor dem Start entledigen wollten, Kleiderspende quasi, für wen auch immer. So blieben wir warm bis kurz vor Start und so konnten wir tatsächlich in Top und Shorty laufen, trotz Miesepeterwetter.


Der Startbereich war für Besucher nicht mehr zugänglich und sagenhaft anzusehen. Schon sehr beeindruckend, wie viele Menschen laufen. Und wie verschieden die sind, Laufen verbindet einfach alle Menschen, ob jung oder alt, groß oder klein, dick oder dünn, Mann oder Frau - ganz egal, alle Menschen können laufen und viele tun das eben auch in solchen Wettbewerben mit den unterschiedlichsten Intentionen.

Gestartet wurde Blockweise. Der erste Block startete pünktlich 11.15 Uhr, ich in Block 4 etwa 4 Minuten später. Steffi startete in Block 5. Bis man dann man so richtig ins Laufen kam, ging es ein paar Meter, bis sich die Masse auflöste, die ersten vorbei preschten oder zurückfielen. Alleine musste ich nie laufen, irgendwie hatte ich immer viele Läufer um mich herum, während mir Steffi am Ende erzählte, dass sie oft alleine lief. Naja, ist vielleicht wie bei Schuhen, wenn man eine gängige Größe hat. Vielleicht habe ich ja eine weit verbreitete Laufgeschwindigkeit :)

Kilometer um Kilometer kämpften wir uns durch. Schön anzusehen ist die Strecke allemal, viele Kilometer sind mit Seeblick. Auf der Strecke, gerade in Österreich, waren trotz des Wetters viele anfeuernde Zuschauer, das braucht es auch auf so einem Lauf. Einige Kinder hielten die Hände hin zum abklatschen und es machte Spaß an diesen Menschen jubelnd und mit gröhlend vorbeizulaufen. Die Foto-Points waren super gekennzeichnet, es stand stehts eine Lampe mit Blinklicht dabei. So war man vorbereitet. Ich hab sie nicht gezählt, aber ich denke mindestens an 10 solcher Fotostationen bin ich vorbeigekommen. Bin schon auf die Fotos gespannt, die hoffentlich bald schon zu sehen sind. Alphafoto hat die Bilder gemacht und ist bei vielen Lauf-Veranstaltungen dabei.

Der Zieleinlauf war gigantisch. Man lief erst auf das Stadion zu und dann in das Stadion hinein. Dort musste man noch ein ganzes Stück über die Bahn laufen und konnte nochmal so richtig Gas geben, immer dem Ziel entgegen. Und dann war es geschafft. Ich kam nach 2 Stunden und 12 Minuten ins Ziel, Steffi dann nach 2 Stunden und 20 Minuten.



Eine gute Leistung würde ich sagen für den ersten Halmarathon mit nicht mal einem Jahr Vorbereitung fast in Eigenregie, aber mit guten Leuten an unserer Seite wie Franz Hug oder Lars Binkert oder auch Dr. Hennig vom Krankenhaus in Sigmaringen. All diese Menschen mussten sich oft von mir löchern lassen mit Fragen rund um die Lauferei. Nicht zu vergessen meine Kooperation mit dem Stiebner Verlag, der mir viele gute Bücher zur Verfügung gestellt hat, unter anderem "Das große Buch vom Marathon", aus dem unser Trainingsplan der letzten Wochen stammte.

Und die Lissi hatte es auch geschafft und kam kurz nach Steffi ebenso unversehrt ins Ziel.


Im Zielbereich standen dann die Versorgungsstände und die hatte ich zumindest bitter nötig. Steffi hatte während des Laufes das Gel genommen, ich hatte nicht das Gefühl, es zu brauchen. Mir reichten die unzähligen (ich glaub 6 bis 8 waren es) Getränkestände auf der Strecke. Das war im Übrigen auch toll organisiert. Gut 200 Meter zuvor angekündigt und dann bestückt mit Wasser, Tee, Cola und Iso-Drinks. Und die Helfer reichten die Getränke und sagten dazu, was sie in den Händen haben. Hut ab vor den vielen Organisatoren und Helfern, die solch eine tolle Leistung an dem Wochenende brachten! Danke dafür!

Auch die Auswahl im Zielbereich war richtig super. Getränke, was man sich wünschte und auch viel Obst, Trockenobst, Müsliriegel, Salzstangen und Chips. Was das Herz begehrt. Und auch hier alle Helfer sehr freundlich, hilfsbereit und nett.


Das einzige, was ich zu kritisieren hätte wäre der Umstand, dass im Zielbereich nirgends etwas wärmendes aufzutreiben war. Vielleicht wäre es bei dem Wetter hilfreich gewesen, Wärmedecken oder auch nochmal diese Regenponchos da zu haben. Ich bin mit Top und Armsleeves gelaufen, war am Ende fix und fertig, mein Körper zitterte, Freude und Leid waren nah dabei, ich war den Tränen nahe, als ich kurz meinen Mann anrief, um von meinem Zieleinlauf zu berichten. Und mein Wäschebeutel war weeeeeeeeeeeeit weg, in einem Truck, zu dem ich nur gelangen konnte, wenn ich einmal raus und um das komplette Stadion marschierte. Ich wollte auf Steffi warten, daher fand ich eben diesen Umstand nicht so schön. Nachdem Steffi sich nach ihrem Zieleinlauf kurz gestärkt hatte und wir auch Lissi begrüßt hatten, machten wir uns auf zu den Trucks und holten uns eine Jack zum überziehen. Auf dem Weg musste Steffi noch ihren Mika-Timing-Chip abgeben. Wir sind dann nochmal kurz ins Stadion, aber auch schon bald gegangen, da wir uns umziehen wollten. Das taten wir denn im Hotel, tranken noch einen Kaffee und machten uns gegen 17 Uhr auf den Weg nach Hause.

Rückblickend war das Wochenende mega schön. Wir hatten viel Spaß und Freude und trotz der heute vorherrschenden Kniebeschwerden ist es ein Event, dass wir sicher in 2018 wieder besuchen werden. Nicht nur, weil es hier um die Ecke und die Strecke vermutlich eine der schönsten Strecken am See ist, sondern auch, weil wir uns hier während des Laufes pudelwohl gefühlt hatten.

BREGENZ 2018 - wir kommen!!!