Samstag, 18. März 2017

Der erste Lauf mit dem Qeridoo Sportrex2

Nachträgliche Irrsinns-Kennzeichnung: Werbung durch Verlinkung und/oder Namensnennung

Das Laufen nimmt inzwischen ziemlich viel Raum in meinem Leben ein. Mit Kleinkind und einem berufstätigen Ehemann, der immer erst um 20 Uhr nach Hause kommt, ist es schwer, mehrmals die Woche zu trainieren und seine Laufeinheiten zu absolvieren. Um nicht ständig Alternativtraining wie Spinning oder Rudergerät machen zu müssen, musste eine andere Alternative her.

Also das Kind nochmal in den TFK Joggster III gesetzt, der uns gut 4 Jahre begleitet hat. Aber die Kinderwagen sind ja im Grunde nur für Kinder bis 4 Jahren ausgelegt und so ist er recht beengt für meine über 5 jährige Tochter. Von der Körperhöhe her ist es auch so gewesen, dass sie gerade am Verdeck anstößt und so kam diese Alternative leider nicht mehr in Frage. Also gegoogelt und geschaut, was gehen könnte. Die erste Idee war ein Fahrradanhänger, der zum Jogger umfunktioniert werden kann und man schaut klar bei den Modellen, die in aller Munde sind: Croozer, Thule oder auch Chariot. Doch nur für ein, zwei Läufe die Woche solch einen finanziellen Aufwand betreiben? Fast 1000 Euro nur für so etwas? Und dann sind die für ein Kind auch mehr als beschränkt im Platzangebot und man hat ernsthaft das Gefühl, Hersteller dieser Fahrzeuge denken, dass Kinder über 5 so etwas nicht brauchen und locker mit einem Läufer, der im Schnitt 12 km/h und mehr läuft, mithalten können. Bitte? Wie soll das denn gehen? Soll sie mit dem Rad mit? Mit den kleinen Beinchen 15 km/h radeln, das dann 20 km und immer dasselbe Tempo, ohne Sturz, ohne Maulerei, ohne Stopps? Das geht im Leben nicht und sollte es auf dieser weiten Welt eine Mama geben, die solch ein Wunderkind hat, dann gratuliere ich dazu. Ich hätte da keinen Trainingseffekt, müsste ständig ein Auge auf dem Kind haben, könnte mich auf mich und mein Training überhaupt nicht konzentrieren, es würde eher ein lockerer Trab werden, einfach nur, um draußen zu sein. Das brauche ich nicht, draußen bin ich auch so oft genug, in zivilen Klamotten, da muss ich nicht die Laufschuhe unterschnüren.

Also weiter geschaut und dann ein Gefährt gefunden, welches für mich auf den ersten Blick in Preis und Leistung gepasst hatte: der Qeridoo Sportrex2.



Dieser Jogger/Fahrradanhänger ist für zwei Kinder gedacht, kann aber auch mit einem Kind genutzt werden, sofern man den Gurt und die Kopfstütze in die Mitte umbaut. Das haben wir getan und so hat meine Tochter unheimlich viel Platz im Wagen. Von der Höhe her (Po bis Kopf) ist dieser Wagen auch der gewesen, der den meisten Freiraum für Kinder bietet, so also lange genutzt werden kann.


Da er normal für zwei Kinder ausgelegt ist, habe ich mit einem Kind auch nicht die Gefahr der Überladung und kann ihn so sogar etwas länger nutzen. In der Grundausstattung kommt der Wagen neben der Koppelstange fürs Rad mit einem normalen Kinderwagenrad mit 2 Luftreifen. So könnte er gut zum spazieren laufen genutzt werden, ohne zu steif zu sein. Ich habe mir aber direkt das Joggerrad (festes Rad und etwas größer, mit Handbremsheben) mitbestellt. So kam ich insgesamt auf gut 400 Eur. Das ist, wie ich finde, ein fairer Preis. Die Verarbeitung wirkt solide und die Farbe (giftgrün) ist auffällig und schön. Die Details sagen mir gut zu: Sonnenverdeck, Wind- und Regenschutz, viele Lüftungsschlitze, Staumöglichkeiten, Flaschenfächer im Innenraum, Kopfstütze fürs Kind und und und.


So ging es dann am Donnerstagnachmittag bei 18 Grad und Sonnenschein auf die erste Tour. Ich bin dieselbe Strecke gelaufen, wie eine Woche zuvor mit Steffi:


Der Wagen selbst wiegt in etwa 13 Kilo, das Kind wird kurz vor 20 sein. Also schiebt man locker mal so eben 30 Kilo vor sich her. Puuuuh, das war auf manchen Streckenabschnitten echt eine Hausnummer. Bergauf Horror, Schotterwege mühsam. Ich keuchte wie eine Dampflok und wuchtete das Wägelchen mühsam über den Schotterweg. Dem Kind hatte es gefallen, denn sie quatsche in einer Tour mit mir, bis ich ihr in den Wagen keuchte, dass ich nicht so gut reden könne. Ich weiß nicht, ob sie es verstanden hatte, aber egal, ich schob und schob.

Ein paar kurze Pausen, die ich im schnellen Schritt damit verbrachte, den Wagen durch unbefestigtes Gelände oder den Berg hoch zu schieben, sind dabei gewesen. Doch alles in allem kann ich zufrieden sein mit diesem Lauf. Denn trotz allem passte per Saldo das Tempo und das Ergebnis.


Auch im Vergleich zu den letzten Trainings war das Ergebnis völlig in Ordnung. Angefühlt hat es sich anders :)


Die Bein- und Armarbeit ist enorm mit Wagen, das hatte ich im Anschluss direkt gemerkt. Das Vorderrad zog immer leicht nach rechts, so dass ich auch hier ständig ausgleichen musste. Da muss ich unbedingt nochmal schauen, an was das liegt, das geht gar nicht auf Dauer. Die Schiebebügel hatte ich je nach Laufbedingung immer wieder höher oder tiefer gestellt. Damit kommt man auch während des Laufens super gut klar. Die Rückholschlaufe hatte ich dauerhaft ums Handgelenk gelegt, die stört auch überhaupt nicht. Was mir fehlte war die Armbewegung, die mir sonst Dynamik bringt. Das ist mit Wagen nur schwer möglich, außer man schiebt, wie ich, stellenweise einarmig. Doch so wirklich zielführend ist das nicht.

Mein Fazit: der Qeridoo Sportrex 2 ist ein tolles Gefährt und wird sicher nun regelmäßig von mir genutzt und das auch sicher diese und nächste Saison. Mit zwei Kindern im Sportrex würde ich das Platzangebot als sehr eng bezeichnen und kann mir es ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass Laufen mit dann nochmal mehr Gewicht so angenehm ist. Das Laufen mit dem Sportrex ist angenehm, auch über unwegsames Gelände und beim Kind kommen nicht viele unangenehme Stöße an, er federt gut ab und ist wohl laut Marie sehr bequem. Sie hatte Malsachen dabei mit einem Knietablett und hatte sich die ganze Stunde über beschäftigt. Wir werden den Sportrex hauptsächlich zum Laufen nehmen, aber sicher auch mal am Rad testen. Wobei ich es nicht schön gelöst finde, dass man dann ja wohl immer die Handbremse und das Rad komplett entfernen muss. Besser hätte ich hier eine Lösung gefunden, bei der die Handbremse fest verlegt ist und dranbleiben kann. Viel bringt es meines Erachtens eh nicht, denn es wird dann nur auf dem kleineren Vorderrad gebremst. Die Hinterräder sind völlig unbeachtet und da wäre es viel sinnvoller, auch einen Bremsvorgang in der Not einleiten zu können.